BASE-Publications: Abstracts
Baltes,
M. M., Maas, I., Wilms, H.-U., & Borchelt, M. (1996). Alltagskompetenz im
Alter: Theoretische Überlegungen und empirische Befunde. In P. B. Baltes &
K. U. Mayer (Eds.), Die Berliner Altersstudie (pp. 525-542). Berlin:
Akademie Verlag
Ziel
dieses Kapitels ist es, die Wurzeln des Begriffes Alltagskompetenz zu beleuchten
und darauf aufbauend ein Modell der Alltagskompetenz zu entwickeln. Es wird ein
Zweikomponentenmodell vorgestellt, das zwischen einer basalen Kompetenz und
einer erweiterten Kompetenz unterscheidet, und zwar aufgrund unterschiedlich
motivierter und unterschiedlich bedingter Aktivitäten. So umfaßt die basale
Kompetenz (Basic Competence, BaCo) Aktivitäten, die hoch automatisiert und zum
Überleben notwendig sind und von daher als hauptsächlich durch
Gesundheitsfaktoren bedingt gesehen werden. Im Gegensatz dazu beinhaltet die
erweiterte Kompetenz (Expanded Competence, ExCo) Aktivitäten, die individuellen
Präferenzen, Motiven, Fähigkeiten und Interessen entspringen und von daher im
wesentlichen von psychosozialen Faktoren abhängig sind. Dieses Modell verlangt
demnach nicht nur eine multidimensionale Erfassung der zwei Komponenten,
sondern auch des Bedingungsgefüges. Eine solche Möglichkeit bietet die Berliner
Altersstudie, mit deren interdisziplinärer Untersuchung einer repräsentativen
Stichprobe ein solches Modell getestet werden kann. Die Ergebnisse unterstützen
das Modell. Implikationen für die weitere wissenschaftliche Theorienbildung
sowie für die praktische Umsetzung der Ergebnisse werden diskutiert.