BASE-Publications: Abstracts
Maas,
I., Borchelt, M., & Mayer, K. U. (1996). Kohortenschicksale der Berliner
Alten. In P. B. Baltes & K. U. Mayer (Eds.), Die Berliner Altersstudie
(pp. 109-134). Berlin: Akademie Verlag.
In
diesem Kapitel werden kohortenspezifische Charakteristika alter Menschen in der
Berliner Altersstudie dargestellt, um die Interpretation von
Kohortendifferenzen als Altersunterschiede zu vermeiden und die Aufmerksamkeit
auf mögliche erklärende Faktoren für individuelle Unterschiede zu richten. Es
wird untersucht, ob sich drei Geburtskohorten, 1887-1900, 1901-1910 und
1911-1922 geboren, im erreichten Bildungsstand, in Berufstätigkeit und beruflicher
Karriere, Familiengründung und gesundheitlicher Beeinträchtigung einem
allgemeinen Trend der gesellschaftlichen Entwicklung entsprechend
unterscheiden. Außerdem werden die differentiellen Auswirkungen historischer
Ereignisse und Perioden, speziell die der beiden Weltkriege und der
Weltwirtschaftskrise, betrachtet, und es wird untersucht, welche dieser
Auswirkungen sich bis ins hohe Alter durchsetzen. Unter den vielen deskriptiven
Befunden wollen wir zwei herausheben. Erstens waren die jüngeren Kohorten beruflich
nicht erfolgreicher als die älteren. Obwohl Männer und Frauen der jüngeren
Kohorten eine bessere Bildung genossen, trafen die historischen Ereignisse sie
härter, und sie beendeten ihre Karrieren auf gleichem Niveau wie die älteren
Kohorten. Zweitens wird der Mythos des "goldenen Zeitalters", in dem
vor allem die älteren Kohorten durch ihre großen Familien versorgt wurden,
verworfen. Die ältere Kohorte blieb öfter unverheiratet, hatte im Vergleich zu
jüngeren Kohorten weniger Kinder und wies ein höheres Risiko auf, ihre Kinder
früh zu verlieren.