Borchelt, M., Gilberg, R., Horgas, A. L., & Geiselmann, B. (2010). Zur Bedeutung von Krankheit und Behinderung im Alter. In U. Lindenberger, J. Smith, K. U. Mayer, & P. B. Baltes (Eds.), Die Berliner Altersstudie (3rd ed., pp. 473–498). Berlin: Akademie Verlag.

 

Zusammenfassung

 

Zentrales Anliegen dieses disziplinübergreifenden Kapitels ist, den Wechselwirkungen zwischen (a) körperlicher und seelisch-geistiger Gesundheit, (b) gesundheitlichen und psychosozialen Faktoren sowie (c) objektiver und subjektiver Gesundheit im hohen und sehr hohen Lebensalter nachzugehen. Es wird für diese drei Bereiche versucht, Antworten auf die Fragen nach der Stärke der Zusammenhänge sowie der Bedeutung des chronologischen Alters für diese Zusammenhänge zu finden, wobei die Ergebnisse jeweils hinsichtlich der möglichen Richtungen (Kausalitäten) diskutiert werden. Grundlage hierfür bilden die vollständige, nach Alter und Geschlecht geschichtete Stichprobe der Berliner Altersstudie (N = 516; Altersbereich 70–103 Jahre) sowie mehrdimensionale Indikatorengruppen zur körperlich-funktionellen, seelisch-geistigen und subjektiven Gesundheit und zum psychosozialen Status. Die Ergebnisse zeigen einerseits ausgeprägte, altersunabhängige Zusammenhänge zwischen psychosozialem und gesundheitlichem Status sowie zwischen körperlichen Krankheiten/Behinderungen und Demenz bzw. Depression. Andererseits zeigt sich eine altersabhängig abnehmende Bedeutung des objektiven Gesundheitszustands für die subjektive Beurteilung; die subjektive Gesundheitseinschätzung bleibt daher während des „Alterns im Alter“ stabil.