Kotter-Grühn, D., Kleinspehn-Ammerlahn, A., Hoppmann, C. A., Röcke, C., Rapp, M. A., Gerstorf, D., & Ghisletta, P. (2010). Veränderungen im hohen Alter: Zusammenfassung längsschnittlicher Befunde der Berliner Altersstudie. In U. Lindenberger, J. Smith, K. U. Mayer, & P. B. Baltes (Eds.), Die Berliner Altersstudie (3rd ed., pp. 659–689). Berlin: Akademie Verlag.

 

Zusammenfassung

 

Die Berliner Altersstudie (BASE) beleuchtet psychologische, physiologische und soziologische Aspekte der Entwicklung im hohen und sehr hohen Lebensalter. Sie ermöglicht neben der Untersuchung von Altersunterschieden auch die Betrachtung von Altersveränderungen, da sie als Längsschnittstudie angelegt ist, d. h., die Entwicklung der anfangs untersuchten Personen wird über Jahre hinweg verfolgt. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, einen Überblick über diese längsschnittlich untersuchten Forschungsfragen und deren Befunde zu geben. In allen untersuchten Funktionsbereichen (Kognition, soziale Einbindung, Wohlbefinden, Selbst und Persönlichkeit, körperliche Gesundheit) zeigten sich Veränderungen, wobei diese in verschiedenen Bereichen unterschiedlich stark ausfielen und sich Personen im Ausmaß der Veränderung unterschieden. Zudem belegen die Befunde, dass selbst hochaltrige Personen über Regulationsstrategien und Kapazitätsreserven verfügen, wenngleich vor allem letztere im sehr hohen Lebensalter begrenzter ausfallen als in früheren Lebensphasen. Die Tatsache, dass Funktionsstatus und Veränderungen sowohl innerhalb als auch zwischen Funktionsbereichen konsistente Zusammenhänge zeigten, unterstreicht die Notwendigkeit, Altern als bereichsübergreifendes und systemisches Phänomen zu erfassen, um zuverlässige Aussagen über Entwicklungsverläufe im hohen und sehr hohen Lebensalter treffen zu können.