Smith, J., & Delius, J. A. M. (2010). Längsschnittliche Datenerhebungen der Berliner Altersstudie (BASE): Studiendesign, Stichproben und Forschungsthemen 1990–2009. In U. Lindenberger, J. Smith, K. U. Mayer, & P. B. Baltes (Eds.), Die Berliner Altersstudie (3rd ed., pp. 113–131). Berlin: Akademie Verlag.

 

Zusammenfassung

 

In diesem Kapitel wird die längsschnittliche Fortführung der Berliner Altersstudie über acht Messzeitpunkte (T1–T8, 1990 bis 2009) beschrieben. Wie von P. B. Baltes et al. in Kapitel 1 beschrieben, wurde BASE ursprünglich als Querschnittsstudie konzipiert und 1990–93 durchgeführt. Die Möglichkeit eines längsschnittlichen Ausbaus war jedoch bereits im Design angelegt. Ab 1993 wurde die Berliner Altersstudie mit sieben weiteren Messzeitpunkten als Längsschnittstudie fortgeführt. Zwei Follow-up-Strategien charakterisierten das längsschnittliche Design. Auf der einen Seite bestand das Ziel darin, einen reichhaltigen Datensatz über die zeitliche und altersabhängige Stabilität und/oder Veränderung in körperlicher und geistiger Gesundheit, psychologischer Funktionsfähigkeit und sozioökonomischen Lebensbedingungen jedes Überlebenden aus der ursprünglichen Kernstichprobe (N = 516; Mittelwert x = 85 Jahre; 70 bis über 100 Jahre) zu erhalten. Auf der anderen Seite wird auch weiterhin die Mortalität dieser Stichprobe im Detail dokumentiert, indem Informationen zum Sterbedatum verstorbener BASE-Teilnehmer regelmäßig vom Landeseinwohneramt (bzw. inzwischen vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten) eingeholt werden. Damit können wir die Rolle verschiedener Aspekte der Gesundheit (z. B. in Bezug auf Krankheit, körperliche und sensorische Beeinträchtigungen, Gebrechlichkeit) und lebensgeschichtlicher Faktoren (z. B. soziale Vorteile, Ausbildung) bei der Vorhersage von Veränderungen und Langlebigkeit im Alter untersuchen. Insgesamt bieten die quer- und längsschnittlichen Analysen der in BASE erhobenen multidisziplinären Daten ein einzigartiges Abbild der intraindividuellen Veränderungsmuster und Zustände im hohen Alter und der systemischen Zusammenhänge über Funktionsbereiche hinweg (P. B. Baltes, 1997; P. B. Baltes & Smith, 2003).