Steinhagen-Thiessen, E., & Borchelt, M. (2010). Morbidität, Medikation und Funktionalität im Alter. In U. Lindenberger, J. Smith, K. U. Mayer, & P. B. Baltes (Eds.), Die Berliner Altersstudie (3rd ed., pp. 175–207). Berlin: Akademie Verlag.

 

Zusammenfassung

 

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Methoden, zentrale Fragestellungen und grundlegende Ergebnisse der Forschungseinheit Innere Medizin und Geriatrie der Berliner Altersstudie. Es fokussiert auf (a) körperliche Erkrankungen, (b) medikamentöse Behandlungen, (c) potentiell unerwünschte Arzneimittelwirkungen und (d) auf sensorische und sensomotorische Behinderungen sowie Hilfsbedürftigkeit in Alltagsaktivitäten. Zu jedem Bereich werden Funktionsprofile aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Besondere Schwerpunkte liegen auf der Ermittlung potentieller Determinanten von Krankheit im Alter – am Beispiel des kardiovaskulären Risikoprofils – und auf der Analyse qualitativer Aspekte der medikamentösen Behandlung (Über-, Unter- und Fehlmedikationen). Abschließend wird versucht, anhand eines theoretischen Modells zur Entwicklung von körperlicher Behinderung im Alter die einzelnen Bereiche unter einer integrativen (systemischen) Perspektive von Gesundheit im Alter zu betrachten, in deren Mittelpunkt die funktionelle Kapazität steht. Die Ergebnisse zeigen einerseits ein hohes Maß an Morbidität in der Altenpopulation, andererseits weisen sie auf zahlreiche modifizierbare Risikofaktoren für Krankheit und Behinderung im Alter hin, die wesentliche Perspektiven für die Prävention und Therapie von Krankheit und Behinderung im hohen und höchsten Alter eröffnen.