BASE-Publications: Abstracts
Lindenberger,
U., Gilberg, R., Pötter, U., Little, T. D., & Baltes, P. B. (1996).
Stichprobenselektivität und Generalisierbarkeit der Ergebnisse in der Berliner
Altersstudie. In P. B. Baltes & K. U. Mayer (Eds.), Die Berliner
Altersstudie (pp. 85-108). Berlin: Akademie Verlag.
Die
Stichprobe der Berliner Altersstudie beruht auf Zufallsziehungen aus dem Melderegister
des Landeseinwohnermeldeamts von Berlin (West). Es werden fünf
aufeinanderfolgende Teilnahmeebenen unterschieden, denen jeweils Stichproben
abnehmender Größe zugeordnet sind: (1) Informationen des
Landeseinwohnermeldeamts (Ausgangsstichprobe, N = 1.908 oder 100%); (2)
Kurzform der Ersterhebung (N = 1.264; d. h. 66% von N = 1.908); (3)
vollständige Ersterhebung (N = 928; 49%); (4) Einwilligung in die
Intensiverhebung (N = 638; 33%); (5) vollständige Intensiverhebung
(Intensivstichprobe, N = 516; 27%). Die Intensivstichprobe bildet das Kernstück
der Berliner Altersstudie. Sie ist nach Alter und Geschlecht geschichtet und
entspricht einem Zwölf-Zellen-Design mit jeweils 43 Männern und 43 Frauen in
sechs verschiedenen Altersgruppen (70-74, 75-79, 80-84, 85-89, 90-94 und 95+
Jahre). Die Schichtung wurde durch zellenspezifisches, an der Größe des
Stichprobenausfalls orientiertes Nachziehen von Adressen erreicht. Angesichts
der unterschiedlichen Größe der Stichproben und des damit einhergehenden Stichprobenausfalls
stellt sich die Frage nach der Stichprobenselektivität, das heißt nach dem
Ausmaß, in dem Merkmale, die den Stichprobenausfall vorhersagen, mit
untersuchungsrelevanten Merkmalen zusammenhängen. Die Selektivitätsanalysen
zeigen, daß die Intensivstichprobe die angestrebte Heterogenität behält.
Insbesondere gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß sich die in der
Intensivstichprobe beobachteten Zusammenhangsmuster und Varianzen von den auf
niedrigeren Teilnahmeebenen beobachteten wesentlich unterscheiden. Die
Projektion der insgesamt beobachteten Selektivität auf zentrale Konstrukte der
Intensiverhebung ergibt, daß die Stichprobe der Intensiverhebung zwar durchweg
positiv selegiert ist, die Größe dieser Selektivitätseffekte jedoch bei keinem
der Konstrukte eine halbe Standardabweichung überschreitet.